ich schlage meine Augen auf, es dämmert schon.
mein erster blick fällt auf den wecker. Es ist 18:27.
Ich hatte über 2 Stunden geschlafen..
Meine Bettdecke lag auf dem Fußboden, es schien ein unruhiger Schlaf gewesen zu sein.
Ich stehe auf, strecke mich, fühle mich nicht ausgepowert genug.
Deswegen gehe ich zu meinem Kleiderschrank, nehme mir eine Sporthose, ein weites T-shirt und ein dicken Pullover.
Ziehe mich um und gehe nach unten.
Meine mutter nickt mir nur zu, als ich mir meine Laufschuhe anziehe.
'Ich bin in einer halben Stunde wieder da' rufe ich ihr hinterher und die Haustür fällt ins Schloss.
Draußen ist es kalt, kälter als ich gedacht habe und ich merke, wie ich eine Gänsehaut bekomme, doch das ist mir momentan egal.
ich gehe das stück an der uni lang, bis ich die Straße sehen kann.
Ich stecke mir meine Kopfhörer in die Ohren und drehe auf volle Lautstärke.
'what I am, is i'm a fighter' dröhnt es in meinen Ohren. Queensberry - Stiletto Heels.
Das Lied, das gerade irgendwie zu meiner Situation passt und ich merke, wie meine Wangen feucht und wärm werden und eine Sekunde später schmecke ich etwas salziges auf meinen Lippen.
Egal denke ich und laufe los. 'I'm powerful, invincible' singt einen von den 4 Bandmitglieder.
Dieser Vers brennt sich ein, ein, in mein Herz, in meinen Kopf und ich lasse ihn nicht mehr los.
Ich erreiche den feldweg schon nach kurzer Zeit.
Alles ist schlammig, denn gestern hat es geregnet.
'egal' denke ich und laufe mitten durch.
Der Schlamm spritzt an meinen Schuhen hoch und ich sehe meine Beine nicht mehr, denn es ist dunkel und sie sind beinahe schwarz.
Ein Loch im Boden, dass ich durch den Schlamm nicht gesehen habe.
Ich knicke um, mein Gelenk schmerzt und ich muss kurz stehen bleiben.
wieder der Vers 'im powerful, invincible. That's how it feels, in these Stiletto Heels' und das Lied ist zuende.
Ich atme tief druch als das nächste lied anfängt. The All American Rejects - I Wanna.
Das war mal mein Lieblingslied und es gefällt mir immernoch. Es erinnert mich an eine Zeit, eine Zeit mit dir. Ich renne weiter, der Feldweg wird jetzt immer kleiner und ich laufe an irgendwelchen Wohngebieten vorbei.
Draußen auf einem kleinen Spielplatz spielen noch ein paar Kinder mit ihren eltern. Ein Junge sitzt auf der Schaukel und scheint vor Freude zu schreien, doch ich höre ihn nicht. In meinen Ohren dröhnt nur die musik, doch das Lied ist schon wieder vorbei. ein neues startet:
Michael Bublé - Feeling Good.
Das Lied, zu dem wir in Sport tanzen. Und ich ertappe mich dabei, wie ich langsamer mache und in gaaanz groben Zügen unsere Choreo nach tanze.
Von weiten kann ich nun schon das Obi - Schild erkennen. 'Endspurt' denke ich mir und sprinte los.
und nach nicht mal einer minute bin ich an der Bank.
Ich setzte mich hin, atme tief ein und aus. einmal, zweimal, dreimal. Minuten vergehen. Wahrscheinlich sitze ich 10 Minuten dort, ich habe kein Zeitgefühl mehr, denn mein Knöchel schmerzt immernoch und erst jetzt fällt mir wieder ein, warum ich hier sitze.
Ich gucke auf meinen iPod. Verdammt,. schon um 7.
Mein Handy vibriert in meiner Hosentasche, aber ich habe keine Zeit drauf zu schauen.
Felix muss jetzt eben mal warten.
Ich mache mich auf den Rückweg.
Down von Jay Sean läuft gerade und ich muss anfangen zu lächeln.
Wir haben lange nichts mehr gemacht, du und ich. Trotzdem passt das Lied, irgendwie.
Ich komme wieder an dem Spielplatz vorbei. die Kinder sind inzwischen alle weg. Wahrscheinlich sogar schon im Bett.
Ich laufe weiter, werde schneller, immer schneller. Ich verbrauche alle Kraftreserven, die ich in mir habe, laufe an der uni vorbei, irgendwie ist alles beleuchtet und viel heller.
Ehe ich mich versehe stehe ich wieder vor unserer Haustür.
Ich habe die letzten drei Lieder nicht mitbekommen, habe mich nicht konzentriert. Meine Gedanken waren wo anders, deswegen gucke ich schnell nach, welche Lieder es waren..
Ich klingel, meine Mama macht mir auf, guckt mich von oben bis unten an und fängt an zu lachen. Ich lache mit, sie schickt mich ins Bad, nur schnell Beine waschen und was neues anziehen, denn essen ist schon fertig.
Ich stehe im bad und wasche meine Beine, sie sind eiskalt, so, wie meine Stimmung vorhin war.
Ich fühle mich ausgepowert und habe Hunger, doch es scheint, als hätten sich alle Probleme in Luft aufgelöst.
Ich antworte Felix noch schnell und gehe schließlich mit knurrenden Magen und einem Lächeln auf den Lippen runter.
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